Saisonbericht 2011
Rallyeteam Albrecht
Als wir uns im Januar für den Mitropa Rally Cup entschieden war die Freude groß. Zum ersten mal sollten wir im Ausland starten. Zum ersten Mal in fremdsprachigen Ländern mit neuen Gegnern. Aber unser Skoda Fabia RS TDI wurde über den Winter frisch revidiert und war bereit für die neue Herausforderung.
Im April war es nach der langen Winterpause dann endlich so weit. Dominik Fischer und sein neuer Beifahrer Erich Autengruber starteten zur “bp ultimate Rallye” in Kärnten. Schon beim Besichtigen der Wertungsprüfungen war Fischer erstaunt von dem großen Rallye-Enthusiasmus in Österreich. Gruppen von Kindern verlangten immer wieder nach unseren Autogrammkarten. Doch auch die Konkurrenz war übermächtig, zumindest auf dem Papier. Gegen unseren Diesel startete unter anderem VW Austria mit einem Scirocco TDI und ein Subaru Impreza Diesel Boxer des Teams von Ex-Weltmeister Manfred Stohl. Doch diese haderten auf den ersten Kilometer mit technischen Schwierigkeiten und wir konnten viel Boden gut machen. Lediglich ein Plattfuß an einer uneinsehbaren Stelle kostete ein paar Sekunden. Letztendlich belegten wir gleich zum Saisonauftakt den 1. Platz in der Diesel-Klasse. Das könnte so weiter gehen…
Als nächstes Stand die legendäre Rally Saturnus im Kalender. Diese hatte ihr Rallye-Zentrum in der Hauptstadt Sloweniens, Lublijana. Anfangs waren wir zwar etwas skeptisch ob wir uns ohne Kenntnisse im slowenischen zurecht finden würden, waren aber dann umso überraschter über den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Zu den schwierigen Alpensträßchen welche wir schon in Kärnten vorfanden mussten wir hier auch mit plötzlich wechselnden Asphalttypen rechnen. Von grob und griffig bis glatt und rutschig war alles dabei. Außerdem durften wir den kompletten zweiten Tag im strömenden Regen fahren. Dies war das größte Erlebnis, was das Team 2011 hatte, zudem die Rallye auch noch die längste des Jahres war (über 180 WP Kilometer waren zu absolvieren). Und mit dem 5. Platz im Mitropa-Cup-Klassement rieselte es auch noch schön Punkte.
Im Juli absolvierten wir dann unsere erste Heimveranstalung, in Baden-Württemberg. Im Vorfeld war nicht besonders viel zu erwarten, da der Fabia auf Beschleunigung und winkelige Bergstrecken ausgelegt war. Uns erwartete aber zu 90% Höchstgeschwindigkeits- Prüfungen mit schnelle Kurven. Auf einzelnen Prüfungen die dann unserem Metier entsprachen konnten wir dann noch Zeigen, dass wir mit der deutschen Konkurrenz mithalten können. Letztendlich wurden wir, auf Grund einiger Ausfälle, doch noch 4. im Mitropa-Cup-Klassment.
Als weiteres großes Highlight durften wir im September nach Italien reisen. Wir hatten uns die Rally Cita di Bassano vorgenommen. Ein großartige Rallye, bei der jede Prüfung Ihren eigenen Charakter hatte. Entweder zogen sich Serpentinen eine Steilwand mit Null Fehlertoleranz hoch, fuhren auf über 1000 Meter ü. M. in ausgestorbene Skigebiete und Hochebenen um jede Sekunde oder versuchten bei waaghalsigen Bergabprüfungen nicht unsere Bremsen zu überhitzen. Eine sehr schöne Rallye mit vielen Ausfällen. Immer wieder zeugten umgebogene Leitplanken davon. Insgesamt sammelten wir über 4000 Höhenmeter. Wir fuhren wieder unseren konstanten Stil und hatten nicht einmal einen Verbremser zu verbuchen. Man dankte es uns mit dem 2. Platz im Cup-Klassement.
Die schönste Abschlussveranstaltung die wir uns wünschen konnten war glücklicherweise auch Finale des Mitropa-Cups. Mit der 3-Städte-Rallye in Passau stand die letzte Veranstaltung auf dem Plan. In der Gesamtwertung konnte sich nicht mehr all zu viel bewegen, aber da wir nichts riskieren wollten fuhren wir genauso schnell wie bei jeder Rallye. Manchmal auch etwas für unsere heimischen Zuschauer. Außer sehr viele Ausfälle bei der Konkurrenz konnten wir nichts vermelden und durften am Abend der Rallye mit einem Gläschen Sekt im Haslinger Hof einparken und sammelten mit den 7. Platz noch die restlichen Punkte die zu vergeben waren.
Letztendlich hatten wir eine grandiose Saison. Den größten Schaden den wir hatten war ein kaputter Reifen. Ansonsten blieb alles heil. Und das bei den schwierigsten Rallyes in Fischers Karriere. Die von Teamchef Peter Albrecht vorgegeben Taktik, mehr auf Konstanz als auf Podiumsplätze zu fahren ging auf. Denn zusammengezählt wird am Ende! Somit kann das Team folgende Titel und Platzierungen aufweisen:
1. Platz Mitropa-Cup Newcomer-Wertung
4. Platz Mitropa-Cup Challenge-Wertung (2-Rad-Antrieb)
6. Platz Mitropa-Cup Gesamtwertung
(bei über 30 eingeschriebenen und 17 gewerteten Teams)
Vielen Dank an unsere Partner für die großartige Unterstützung. Nur mit solchen Unterstützern kann man so ein tolles Projekt realisieren.
Anmerkung: Großen Dank gilt auch unseren Beifahrern. Besonders Erich Autengruber, der leider nur die ersten beiden Läufe mitfahren konnte. Und natürlich auch Sandra Hauner, Thomas Fischer und Ludwig Reisinger. Mit allen hat es Spaß gemacht auf den europäischen Rallye-Strecken unterwegs zu sein.